2010 wird ein schwieriges Jahr für die Finanzen der Stadt München und 2011 wird sicher nicht einfacher. In den Jahren der üppig fließenden Steuern wurden immer weitere neue Stellen in der Stadtverwaltung geschaffen. Nun fehlt der politischen Mehrheit aus Rot und Grün, die Kraft nur soviel auszugeben wie Steuern eingenommen werden.
Vor einem Jahr wollten alle im Stadtrat, dass 2010 die Schulden in Höhe von 250 Millionen Euro getilgt werden. Der rot-grüne Haushalt im September sah aber dann 216 Millionen neue Schulden vor. In den ersten vier Monaten des neuen Jahres kamen immer weitere Ausgaben hinzu.
Nur die FDP-Stadtratsfraktion macht konkrete Sparvorschläge: keinen Investitionszuschuss für die Krankenhäuser (127 Mio Euro), Stopp der Fahrradmarketingkampagne (4 Mio Euro), 30 % weniger Ausgaben bei Broschüren etc (mehrere Mio Euro) und eine längere Wiederbesetzungssperre bei ausscheidendem Personal (sicher mehr als 10 Mio Euro).
Bis zur Verabschiedung des Nachtragshaushalts im Juni hat die FDP jede Woche weitere Sparvorschläge gemacht.
Auch für München gilt: die Finanzprobleme kommen in erster Linie aus der ungezügelten Ausgabenpolitik. Wenn nun die Steuerschätzung sagt, dass Steuerausfälle drohen, dann geht es lediglich darum, dass die Zuwächse für die nächsten Jahre geringer ausfallen!
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„Sarrazin sollte selbstverständlich im Literaturhaus aus seinem Buch lesen dürfen. Den Grünen und dem Ausländerbeirat sollte bewusst sein, dass sie die Meinungsfreiheit mit Füßen treten, wenn sie dies verhindern wollen“, erklärt Dr. Michael Mattar, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Stadtrat.
Ob man Sarrazins Thesen völlig ablehnt oder nur teilweise oder sie befürwortet, spielt überhaupt keine Rolle. Es geht schlicht um die Möglichkeit einer öffentlichen Diskussion. Wenn Grüne oder Linke sich nur für die Freiheit ihrer Meinung und die Freiheit von ihnen genehmen Meinungen einsetzen, wie zuletzt als Vorkämpfer für einen äußerst Israel-kritischen Vortrag, so zeigen sie eine tief illiberale und anti-aufklärerische Haltung. (Es sei an Voltaire erinnert: „Du bist anderer Meinung als ich und ich werde dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen“!).
Noch schlimmer sind Ankündigungen von linken Gruppen, Lesungen von Sarrazin zu stören und zu verhindern. Hier beweist sich die Notwendigkeit einer Überprüfung dieser Gruppen durch den Verfassungsschutz.
„Ich warne vor linkem Meinungsterror, der mir ebenso widerlich ist wie der der Rechten, wenn durch Proteste unangenehme Meinungen niedergebrüllt werden sollen. Man gewinnt zudem den Eindruck, dass einer sachlichen Auseinandersetzung ausgewichen werden soll“, so Mattar.
Die für München erfreulichen Ergebnisse einer Studie zu Migranten-Milieus sollte Anlass sein, differenziert auf die Integrationsprobleme einzugehen. Allerdings überrascht der Ansatz der Studie, wenn sie die Herkunft von Migranten dabei ausblendet. Zu glauben, dass Migranten eine einheitliche Gruppe darstellen, sollten gerade Wissenschaftler hinterfragen. Wenn Österreicher und Schweizer mit Türken in einen Topf geworfen und in Milieus vermischt werden, verringert dies die Aussagekraft einer solchen Studie doch erheblich.
Seit dieser Woche liegen die Pläne des Teilstücks der 2. S-Bahn-Stammstrecke von der Isar bis zum Ostbahnhof im Planungsreferat aus. Die Bürger müssen bis zum 13. Oktober Einspruch erheben, wenn sie das Projekt verhindern wollen.
„Nun sind vor allem die Bürger wieder gefordert, den verkehrspolitischen Unsinn der 2. S-Bahn-Stammstrecke zu verhindern. Die Bürger dürfen sich dabei nicht darauf verlassen, dass die Finanzierung des Vorhabens weiter in den Sternen steht“, erklärt Dr. Michael Mattar, Vorsitzender der FDP-Stadtratsfraktion.
Die Eingriffe des Bauvorhabens sind gewaltig, obwohl weite Teile des Tunnels bergmännisch, also nicht im offenen Tunnelbau, errichtet werden sollen. Dies hat natürlich auch enorme Auswirkungen auf die Kosten, die sicherlich am Ende weit über 2 Mrd. Euro liegen werden.
„Ich möchte München die Erfahrungen aus Stuttgart 21 ersparen. Obwohl Stuttgart 21 eine nachvollziehbare verkehrspolitische Konzeption hat, besteht insbesondere aufgrund der Kosten kein Verständnis in der Bevölkerung. Bei der 2. S-Bahn-Stammstrecke sind aber neben den enormen Kosten auch der verkehrspolitische Wert minimal und teilweise sogar kontraproduktiv. Es wäre schon absurd, wenn wir erst 2012 oder 2013 angesichts bevorstehender Wahlen in München soweit sind, über runde Tische eine Korrektur der diesjährigen Fehlentscheidung erreichen“, so Mattar.